Ledum – Sumpfporst

Substanz

Ledum palustre, der Sumpfporst oder wilde Rosmarin, gehört zur Familie der Heidekrautgewächse und wächst in den Hochmooren Nord- und Osteuropas, Nordasiens und Nordamerikas. Die Zweige strömen beim Reiben einen starken, kampferartigen Geruch aus. Die Pflanze Ledum wurde früher zum Würzen des Bieres und als Mottenmittel verwendet.

Einsatzbereiche von Ledum

Ledum ist ein wichtiges Verletzungsmittel. Hier spielt es vor allem bei Stichwunden und Verletzungen von Muskeln, Bändern, Sehnen und Gelenken eine größere Rolle (zum Beispiel Verstauchung, Bänderzerrung). Ein weiterer wichtiger Indikationsbereich sind Insektenstiche und Bisse: Der Juckreiz ist heftig, die Schwellung ist eher mäßig ausgeprägt, die verletzte Stelle fühlt sich kalt an und Kälte bessert die Beschwerden, der Heilungsprozess kann gestört sein.

Leitsymptome von Ledum

  • Verletzungen von Muskeln, Sehnen, Bändern, Gelenken
  • Verletzungen durch spitze Gegenstände, Insektenstiche
  • Betroffene Stelle fühlt sich kalt an, ist geschwollen, blau-violett verfärbt
  • Starker Juckreiz, durch Kratzen schlimmer
  • Verletzungen, die sich infizieren, eitern
  • Schmerz strahlt in die Tiefe des Gewebes

Modalitäten

Besser

  • Kälte, kalte Anwendungen

Schlimmer

  • Wärme
  • Bewegung
  • Kratzen

Wirkdauer

  • Mittel

Vergleichbare Mittel von Ledum

Apis

  • Ähnlich: Wichtiges Mittel bei Insektenstichen. Besserung durch Kälte
  • Unterschied: Ausgeprägte „wassersackartige” Schwellung mit blaßroter Verfärbung. Heftige brennende Schmerzen, weniger Juckreiz. Die verletzte Stelle fühlt sich heiß an und ist äußerst berührungsempfindlich.
    ( gehe zu Apis )

Bryonia

  • Ähnlich: Wichtiges Arzneimittel bei Verletzungen von Gelenken, Bändern, Sehnen und Muskeln. Besserung durch lokale Kälteanwendungen.
  • Unterschied: Heftige, stechende Schmerzen. Hält die verletzten Teile mit festem Druck und vermeidet jegliche Bewegung. Will auch sonst seine Ruhe haben. Reizbar und ärgerlich. Großer Durst.
    ( gehe zu Bryonia )

Lachesis

  • Ähnlich: Verletzungen mit bläulicher Verfärbung. Neigung zu schlechter Wundheilung mit Infektion. Verschlimmerung durch Wärme.
  • Unterschied: Vor allem bei Bisswunden und Blutungen angezeigt. Rascher Krankheitsbeginn und -verlauf, mit schneller Eiterungstendenz. Starke Schmerzen. Verschlimmerung nach dem Schlaf oder morgens.
    ( gehe zu Lachesis )

Staphisagria

  • Ähnlich: Anwendung bei Stich- und Schnittverletzungen.
  • Unterschied: Eher bei Verletzungen durch scharfe, schneidende Gegenstände und nach operativen Eingriffen. Weniger Juckreiz als Schmerzen. Keine Verfärbung und Kälte der verletzten Stelle. Verschlimmerung durch Kälte.
    ( gehe zu Staphisagria )

Wie sollten homöopathische Arzneien (Globuli) eingenommen werden?

Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) empfiehlt bei der Selbstbehandlung für alle homöopathischen Medikamente die Potenz C12. 2-3 Globuli sind eine Gabe. Bei Bedarf kann man die Gabe bis zu viermal am Tag wiederholen. Die Wirkung jeder Gabe muss abgewartet werden. Die Globuli im Mund zergehen lassen. 15 Minuten vor und 15 Minuten nach der Gabe möglichst nichts essen und trinken. Homöopathische Arzneimittel gibt es nur in Apotheken.

Foto: Sammlung U. Schober

Buch-Tipp

Die homöopathische Hausapotheke

Die homöopathische Hausapotheke – Die wichtigsten Arzneien für zu Hause und unterwegs

Gerhard Bleul, Patrick Kreisberger, Ulf Riker, DZVhÄ, Berlin, 4. Auflage 2015, 192 Seiten, 10 Euro.

Der DZVhÄ bietet Ihnen weiterführendes Informationsmaterial und verschiedene Printmedien an –> Patientenratgeber des DZVhÄ