Galphimia glauca (Kleiner Goldregen)

Substanz

Die Pflanze wächst im Nordosten und in zentralen Teilen von Mexiko in Laub- und Kiefernwäldern auf Höhen von 700–2300 Meter. Der immergrüne Strauch wird bis zu 2 Mether hoch und seine 2 cm großen gelben Blüten gaben der Pflanze ihren Namen ‘Kleiner Goldregen’.
Im Rahmen einer randomisierten, doppelblinden und placebokontrollierten homöopathischen Arzneimittelprüfung von Galphimia glauca (C12) aus dem Jahre 2005 wurde die Materia medica aktualisiert.
Vgl: M. Teut / J. Dahler / C. Schnegg et al., Galphimia glauca: Die homöopathische Arzneimittelprüfung, KVC Verlag (2009)

Einsatzbereiche

Die traditionelle Anwendung bei Heuschnupfen wird durch die aktuelle Grundlagenforschung bestätigt, da die nachgewiesenen Inhaltsstoffe in Galphimia glauca ausgeprägte antiallergische (antiasthmatische) und psychisch dämpfende (sedative) Wirkungen besitzen. Homöopathische Anwendung findet Galphimia glauca in erster Linie bei allergischen Reaktionen der Haut- und Schleimhäute, insbesondere bei Heuschnupfen und anderen Allergien mit depressiver Verstimmung. Galphimia glauca in Tiefpotenz (D4 und D3) hat eine Wirkung, die mit konventionellen Antihistaminika vergleichbar ist.

Leitsymptome

  • Reaktion an den Schleimhäuten der Nase, Auge, Mund und Rachen mit:
  • Jucken Kribbeln, Brennen und Gefühl von Trockenheit.
  • Stock- oder Fließschnupfen, Entzündliche gerötete Bindehäute,
  • starkes Tränen der Augen, verschwommenes Sehen,
  • häufiges Niesen, Nasenbluten,
  • Kehlkopf rau (Heiserkeit)
  • Schweregefühl des Kopfes und der Augenlider,
  • erschöpft und antriebslos, reizbar (depressive Verstimmung)

Modalitäten

  • Schlechter: Frühling (Heuernte), Wetterwechsel, nachmittags
  • Besser: nicht bekannt

Wirkdauer

  • kurz

Vergleichbare Mittel

  • Acidum carbolicum, Carboneum sulphuratum, Conium

Literatur

Studien – (Zusammenfassung)

In einer Serie von insgesamt elf Studien haben R. Lüdtke und M. Wiesenauer die Wirksamkeit der akuten Heuschnupfenbehandlung mit Galphimia glauca (D4, D6, C2) untersucht. Sieben dieser elf Studien waren randomisiert und placebokontrolliert. Anhand von 752 Patienten konnte gezeigt werden, dass sich die typischen Augen- und Nasensymptome statistisch signifikant häufiger bessern als unter Placebotherapie (Faktor 1,25). 2 Wochen nach Therapiebeginn zeigten etwa 60-90 % aller Patienten eine deutliche Linderung der Heuschnupfen Symptome, unter Placebo waren die Erfolgsraten geringer.
Lit.: Lüdtke R, Wiesenauer M.: Eine Meta-Analyse der homöopathischen Behandlung der Pollinosis mit Galphimia glauca. Wiener Med Wochenschr 1997; 14: 323-327

Foto: iStock.com/Noppharat05081977

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