Lachesis – Gift der Buschmeisterschlange

Substanz

Lachesis wird aus dem Gift der in Mittel- und Südamerika heimischen Buschmeister-Schlange hergestellt. Der Biss dieser Schlange ist tödlich. Das Gift führt zur Zersetzung des Blutes und zur Blutgerinnung innerhalb der Blutgefäße (Thrombose), aber auch zur vermehrten Blutung. Die Bisswunde selbst verfärbt sich bläulichrot und geht in einen Entzündungszustand über.

Einsatzbereich

Lachesis ist eine Arznei, die oft bei chronischen Erkrankungen nach entsprechender homöopathischer Anamnese eingesetzt wird. Wenn die Arznei als Akutmittel im Rahmen einer Selbstbehandlung zum Einsatz kommt, dann denken wir vor allem an Entzündungszustände, die eine starke Neigung zur Ausbreitung (Sepsis) haben, damit bereits potenziell gefährlich sind (so gefährlich wie die Schlange selbst!) und also besondere Aufmerksamkeit und Vorsicht bei der Selbstbehandlung erfordern! Wenn bestimmte Leitsymptome beim Patienten vorhanden sind, kann Lachesis bei grippalen Infekten, Halsentzündungen, nach infizierten Biss- oder Stichverletzungen sowie bei „Wundrose” oder beginnenden Abszessen zum Einsatz kommen.

Wenn Sie ein „Lachesis-Bild” erkennen, dann sollten Sie immer daran denken, dass Sie keine Zeit verlieren dürfen und gegebenenfalls auch umgehend einen Arzt zu Rate ziehen müssen!

Leitsymptome

  • Rascher Krankheitsbeginn mit Zeichen eines bösartigen Verlaufes
  • Linksseitige Beschwerden oder Beginn links mit Ausbreitung nach rechts
  • Bläulichrote Verfärbung betroffener bzw. entzündeter Stellen
  • Hämmernder oder klopfender Schmerz
  • Starke Schmerzhaftigkeit und Berührungsempfindlichkeit
  • Engegefühl am Hals mit Zuschwellen und Atemnot
  • Hitzewallungen mit Bangigkeit und trockener Haut
  • Würgen wegen Enge am Hals
  • Schluckschmerz strahlt zu den Ohren aus
  • Haut eventuell bläulich-fleckig
  • Erstickungsanfälle beim Einschlafen
  • Verschlimmerung nach Schlaf bzw. morgens beim Erwachen
  • Sehr gesprächig und geschwätzig

Modalitäten

Schlimmer

  • Morgens, nach Schlaf
  • Hitze, Sonne, warme Anwendungen, warmer Raum
  • Leichte Berührung und Druck
  • Enge Kleidung, besonders am Hals
  • Schlucken, besonders Leerschlucken und Flüssigkeiten
  • Alkohol
  • Klimakterium

Besser

  • Frische Luft
  • Kalte Getränke
  • Auftreten von Absonderungen
  • Eintritt der Menstruation

Wirkdauer

  • Mittel

Vergleichbare Mittel

Phosphorus

  • Ähnlich: Akute Entzündungen; berührungsempfindlich; Hitzewallungen; schlimmer beim Schlucken von Flüssigem; Besserung durch kalte Getränke und Verlangen danach; schlimmer morgens beim Erwachen.
  • Unterschied: Entzündung zeigt eher hellrote Farbe; schlimmer durch Liegen auf der linken Seite; ängstliche Stimmung.
    ( gehe zu Phosphorus )

Apis

  • Ähnlich: Akute Entzündungen; empfindlich auf Berührung; verträgt nichts Enges und keine Berührung am Hals; schlimmer durch Wärme; besser durch lokale Kälteanwendung.
  • Unterschied: „Wächserne”, blasse Rötung der Entzündungsregion; stechender Schmerz; Schwellneigung des Gewebes; Durstlosigkeit.
    ( gehe zu Apis )

Belladonna

  • Ähnlich: Hochakute Entzündung; Schmerz klopfend oder pulsierend; verträgt nichts Enges am Hals; trockene Hitze; schlimmer durch Wärmeanwendung.
  • Unterschied: Rechtsseitige Beschwerden; tiefrote Verfärbung als Ausdruck des Blutandranges ins Gewebe; im Fieber oft benommen mit Zuckungen; empfindlich auf Licht, Erschütterung, Lärm und Berührung.
    ( gehe zu Belladonna )

Wie sollten homöopathische Arzneien (Globuli) eingenommen werden?

Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) empfiehlt bei der Selbstbehandlung für alle homöopathischen Medikamente die Potenz C12. 2-3 Globuli sind eine Gabe. Bei Bedarf kann man die Gabe bis zu viermal am Tag wiederholen. Die Wirkung jeder Gabe muss abgewartet werden. Die Globuli im Mund zergehen lassen. 15 Minuten vor und 15 Minuten nach der Gabe möglichst nichts essen und trinken. Homöopathische Arzneimittel gibt es nur in Apotheken.

Foto: Sammlung U. Schober

Buch-Tipp

Die homöopathische Hausapotheke

Die homöopathische Hausapotheke – Die wichtigsten Arzneien für zu Hause und unterwegs

Gerhard Bleul, Patrick Kreisberger, Ulf Riker, DZVhÄ, Bonn, 3. Auflage 2011, 196 Seiten, 10 Euro.

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