Ärztetag: Bekenntnis zur Homöopathie für Ärzte

Ärztetag: Bekenntnis zur Homöopathie für Ärzte

Erfurt, 11. Mai 2018. Die deutsche Ärzteschaft hat sich auf dem diesjährigen Ärztetag in Erfurt explizit für die ärztliche Zusatzbezeichnung Homöopathie ausgesprochen. Anlass war die Verabschiedung der überarbeiteten Muster-Weiterbildungsordnung (WBO) für Ärzte, die Weiterbildungen der Mediziner in unterschiedlichen Facharzt- und Schwerpunktbereichen regelt.

Die WBO gehört zum Kern der ärztlichen Selbstverwaltung: Ihre zentrale Aufgabe ist es, die Weiterbildung des ärztlichen Nachwuchses auf hohem Niveau und bundeseinheitlich sicherzustellen. Eine differenzierte und qualifizierte Weiterbildung dient der Sicherung der Qualität der medizinischen Versorgung. Die WBO (früher: Facharztordnung) ist das sowohl für Ärztinnen und Ärzte, aber auch für die gesamte Bevölkerung bedeutendste Instrument der ärztlichen Selbstverwaltung.

„Wir freuen uns, dass die deutsche Ärzteschaft den therapeutischen Nutzen und die ärztliche Weiterbildung in Homöopathie bestätigt hat“, erklärt Cornelia Bajic, 1. Vorsitzende des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ). „Qualitativ hochwertige Studien belegen heute die Wirksamkeit der Homöopathie und haben dazu einen entscheidenden Beitrag geleistet“, so Bajic. Die Homöopathie sei kein Allheilmittel, aber sie sei offenbar dazu geeignet, „um den medizinischen Herausforderungen in einer Gesellschaft mit immer mehr chronisch erkrankten und multimorbiden Menschen wirkungsvoll zu begegnen“.

Ärztetag: Auch Montgomery sprach sich für die Homöopathie aus

Im Vorfeld der Verabschiedung der WBO hatte sich bereits Prof. Dr. med. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), für die ärztliche Weiterbildung in Homöopathie ausgesprochen: “Es ist eine Tatsache, dass Homöopathie vielen Menschen hilft. Wichtig ist, dass es jemand macht, der weiß, wann sie nicht mehr helfen und dann auf normale schulmedizinische Verfahren umsteigen kann”, sagte Montgomery dem Bayrischen Rundfunk, “ich sehe die Homöopathie als eine komplementäre Medizin. In Verbindung mit guter medizinischer Ausbildung ist sie sinnvoll.” Nach einer Umfrage der Ärztezeitung hatten sich von über 4000 Befragten mehr als 85 Prozent für die ärztliche Homöopathie ausgesprochen.

„Jetzt werden wir den nächsten Schritt gehen und eine Homöopathie-Debatte nach Schweizer Vorbild auf den Weg bringen“, kündigt Bajic an, “auch in Deutschland brauchen wir zur Integrativen Medizin einen intensiven Austausch zwischen Wissenschaft, Ärzteschaft, Politik und Patienten.” Dazu gehöre es auch, den von Kritikern gelegentlich instrumentalisierten Begriff der Evidenz in der Medizin zu diskutieren und sich „über den Rahmen einer Evidenzbasierten Integrativen Medizin zum Wohle der Patienten zu verständigen. – Die Zukunft der Medizin ist integrativ.“

In der Schweiz wurde bereits Mitte 2017 bestätigt, dass die Homöopathie die Kriterien der wissenschaftlich belegten Wirksamkeit, Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit erfüllt. Das ist die gesetzliche Voraussetzung, um in den Leistungskatalog der obligatorischen Schweizer Grundversicherung aufgenommen zu werden (Art. 32, Voraussetzungen des KVG). Für die ärztliche Homöopathie gilt dies nun zeitlich unbegrenzt. Bei der Betrachtung der Studienlage in der Schweiz wurden auch Beobachtungsstudien berücksichtigt.

Der DZVhÄ ist der Berufsverband der homöopathischen Ärzteschaft und der älteste Ärzteverband in Deutschland, gegründet 1829 in Köthen/Anhalt. Seit Jahrzehnten trägt der DZVhÄ zu einer von den Ärztekammern anerkannten, fundierten und praxisorientierten Aus- und Weiterbildung im Bereich Homöopathie bei – der Zusatzbezeichnung Homöopathie.

Beitragsbild: © Helliwood media & education

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