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Liebe Leserinnen und Leser,
das Thema Forschung ist uns als Patientenverband wichtig. Deshalb haben wir einen wissenschaftlichen Beirat eingerichtet, der uns bei der Einordnung des aktuellen Forschungsstands unterstützt. Gewinnen konnten wir: Prof.’in Dr. med. Dr. rer. nat. Diana Steinmann, Leiterin des Klaus-Bahlsen-Zentrums für Integrative Onkologie, Medizinische Hochschule Hannover und Dr. rer. nat. Alexander Tournier von der Universität Bern. Dort sind seit vielen Jahren Wissenschaftler in der Homöopathie-Forschung tätig. Dr. Tournier und seine Kolleginnen und Kollegen ziehen ein Fazit:
„Fasst man den aktuellen Stand der präklinischen und klinischen Forschung zusammen, kann man schlussfolgern, dass homöopathische Präparate spezifische Wirkungen zeigen, die sich von Placebo unterscheiden, wenn sie adäquat eingesetzt werden…“ Quelle
Placebos – also Scheinmedikamente – stellen in der Medizin die Hürden dar, über die Arzneimittel springen müssen, um als wirksame Medizin akzeptiert zu werden. Homöopathische Arzneimittel nehmen also diese Hürde, wenn sie fachgerecht eingesetzt werden. Das heißt: Homöopathie ist eine wirksame Methode und sie erfüllt den Standard der Evidenzbasierten Medizin (EbM). Das Cochrane Institut – die Hüter der EbM – definiert diese von Dr. David L. Sackett geschaffene Grundlage so:
  • die individuelle klinische Erfahrung des Arztes, der Ärztin,
  • die Werte und Wünsche des Patienten (dargestellt im Newsletter 12/25) und
  • den aktuellen Stand der klinischen Forschung (Teil 1 im Newsletter 1/26).
Quelle
Da eine EbM-Säule die Forschung ist, gehen wir auch in diesem Newsletter auf das Thema ein und beschreiben aktuelle Studien. Ein Kenner der Homöopathie-Forschung ist der Wissenschaftler Prof. Dr. med. André-Michael Beer, ehem. Direktor der Klinik für Naturheilkunde, Klinik Blankenstein, Ruhr-Universität Bochum, er kommt zu dem Schluss:
„Es liegen genügend aussagekräftige Studien für akute und chronische Erkrankungen vor, die eine Wirksamkeit der homöopathischen Therapie im Placebo Vergleich belegen und die in wissenschaftlichen hochrangigen Zeitschriften publiziert sind. Zudem bestätigt die ärztliche Erfahrung jeden Tag aufs Neue, dass wir es nicht mit einem Placebo zu tun haben." Quelle
Homöopathie wirkt über Placebo hinaus. Diese Aussage ist durch viele, reproduzierte Studien, die in ausgewiesenen Fachzeitschriften veröffentlicht wurden, belegt. Dennoch verstummt die Homöopathie-Kritik nicht. Doch wo bleibt der Bezug auf Fakten bei der aktuellen Kritik an der Homöopathie? Der Blick auf die Homöopathie wäre ein anderer, würden die aktuellen Studiendaten berücksichtigt. Es ist unser Anliegen, (Studien-) Daten, die aus wissenschaftlicher Sicht für die Homöopathie sprechen, sowohl Fachleuten als auch der Öffentlichkeit systematisch zugänglich zu machen.
Der BPH steht für eine offene gesellschaftliche Debatte und möchte auch mit Ihnen ins Gespräch kommen. Ihre Haltung zum Themen 'Homöopathie-Forschung' interessiert uns, schreiben Sie an: info@bph-online.de.

Mit freundlichen Grüßen
Meinolf Stromberg
Vorstand des Bundesverbands Patienten für Homöopathie e.V.

Zum aktuellen Stand der Homöopathie-Forschung - Beispiele

Medizinische Leitlinie nimmt Homöopathie auf

Auf der Grundlage von Studienergebnissen wurde die zusätzliche homöopathische Behandlung bei Krebspatienten als Behandlungsoption in die ärztliche S3-Leitlinie „Komplementärmedizin in der Behandlung von onkologischen PatientInnen“ 2021 aufgenommen und 2024 aktualisiert. In der Begründung heißt es:
„Trotzdem kann aufgrund der stark positiven Ergebnisse dieser Studie der Einsatz von klassischer Homöopathie (Erstanamnese in Kombination mit individueller Mittelverschreibung) zur Verbesserung der Lebensqualität bei onkologischen Patienten zusätzlich zur Tumortherapie erwogen werden.“ Quelle
Der Stellenwert von Leitlinien: "Leitlinien der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften sind systematisch entwickelte Hilfen für Ärzte zur Entscheidungsfindung in spezifischen Situationen. Sie beruhen auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und in der Praxis bewährten Verfahren und sorgen für mehr Sicherheit in der Medizin..." Quelle

Grundlagenforschung: Studie liefert empirische Belege für die Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel

Der Physiker Prof. Stephan Baumgartner, Universitäten Witten/Herdecke und Bern, forscht seit mehr als 25 Jahren mit homöopathisch-potenzierten Präparaten an Pflanzenzellen. Es handelt sich um eine Reihe von Versuchen mit Wasserlinsen, die entweder mit Arsen in unterschiedlichen Potenzen geschädigt oder nur mit Wasser behandelt wurden. Die wichtigsten Erkenntnisse dieser Laborstudie aus dem Jahr 2022 sind:
  • homöopathische Präparate haben eine Wirkung auf lebende Organismen.
  • mit Arsen vergiftete Wasserlinsen sprechen auf die Behandlung mit homöopathisch zubereitetem Arsen an.
  • die Studie liefert empirische Belege für die Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel, auch in höheren Potenzen.
"Zusammenfassend lässt sich sagen, dass in 95 % aller veröffentlichten Untersuchungen homöopathische Präparate mit pflanzlichen Bioassays signifikante Wirkungen gegenüber adäquaten Kontrollen beobachtet wurden. Wir kommen also zu dem Schluss, dass es eine gute Evidenz für spezifische Wirkungen homöopathischer Präparate gegenüber Placebo gibt." Quelle

Systematisches Review zeigt: Homöopathie wirkt besser als Placebo

In einer im Oktober 2023 veröffentlichen Arbeit wurden alle 6 placebokontrollierte Homöopathie-Metaanalysen (MA) zu jeglicher Indikation methodisch sehr aufwendig nach aktuellen wissenschaftlichen Standards zusammenfassend ausgewertet. Die Autoren fassen die wichtigsten Aussagen dieses Systematischen Reviews (SR) zusammen:
  • 5 der 6 MA enthielten eine Effektschätzung für alle eingeschlossenen Studien. Alle 5 zeigten signifikant positive Effekte der Homöopathie, im Vergleich zu Placebo.
  • 4 MA enthielten eine Effektschätzung nach Beschränkung auf Studien mit höherer methodischer Qualität. In 3 dieser 4 MA blieben die signifikanten positiven Effekte der Homöopathie erhalten, in 1 MA war der positive Effekt nunmehr nicht signifikant.
  • Die methodische Qualität der Homöopathiestudien war ähnlich wie bei anderen klinischen Studien mit gleichem Design, aus einem vergleichbaren Zeitraum und bewertet nach gleichen Kriterien.
Die Qualität der Gesamtevidenz für positive Homöopathie-Wirksamkeit in diesem systematischen Review war ebenfalls ähnlich wie in systematischen Reviews zu anderen Interventionen aus einem vergleichbaren Zeitraum und eingestuft anhand desselben Bewertungsinstruments (GRADE). Quelle
Unser Fazit
Der Hamburger Arzt und Wissenschaftsexperte Dr. med. Mirko Berger bezeichnet den Umgang mit der Homöopathie in einer Analyse als den "Lackmustest für die wissenschaftliche Medizin". Er schreibt:
"Die Ablehnung der Homöopathie wegen mangelnder Wissenschaftlichkeit muss zweifellos ihrerseits wissenschaftlichen Ansprüchen genügen. Die Argumentation gegen die Homöopathie stellt das Gesundheitssystem offensichtlich vor die große Schwierigkeit, wissenschaftlich etablierte Standards einzuhalten. Insofern wird ausgerechnet die Homöopathie zum Lackmustest für die Fähigkeit der medizinischen Wissenschaft zur fairen, vorurteilsfreien und ergebnisoffenen Auseinandersetzung." Quelle
Wir freuen uns über Ihre Fragen und Standpunkte. Schreiben Sie uns an: info@bph-online.de
Der nächste Informationsdienst erscheint Mitte März. Darin gehen wir der Frage nach, warum Ärztinnen und Ärzte Homöopathie in ihren Praxen integrieren.
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