Obstruktive Bronchitis – Homöopathie spart Antibiotika

Obstruktive Bronchitis – Homöopathie spart Antibiotika

Anamnese und Vorbefunde

Ein knapp zwölf Monate altes Mädchen kommt in die stationäre Aufnahme. Es hat hohes Fieber, über 39 Grad Celsius, das plötzlich aufgetreten war und vor der stationären Aufnahme bereits fünf Tage lang andauerte. Das Trinken verweigert das Kind bei einem schlechten Allgemeinzustand. Das Mädchen ist verschleimt und hustet immer wieder. Sie hat starke Hitze im Fieber, kühle Luft tut ihr gut. Seit über sechs Wochen leidet sie unter meist grünlichem Schnupfen. Sie ist ein sehr geduldiges, braves Kind, lässt die Untersuchung über sich ergehen, hängt dabei aber stark an der Mutter. Beim Abhorchen zeigt sich eine verlängerte Phase des Ausatmens, ein typisches Anzeichen für eine obstruktive Bronchitis, jedoch keine eindeutigen Rasselgeräusche. Da ein Verdacht auf eine Entzündung des Lungengewebes besteht (Pneumonie), wird der Brustkorb des Mädchens geröntgt (Röntgen-Thorax): Das Bild zeigt eine deutliche Überblähung beider Lungenflügel und keine Entzündungszellen im Lungengewebe. Die Laborwerte bestätigen eine erhöhte Anzahl weißer Blutkörperchen (Leukozyten), ein durchgeführter Rachenabstrich ist negativ.

Therapie der Bronchitis

Mittels Pulsoxymetrie wird die Sauerstoffsättigung im Blut sowie der Puls überwacht. Das Mädchen bekommt Infusionen bei beginnender Austrocknung und Nasentropfen verabreicht. Darüber hinaus ordnet der Arzt Inhalationen mit Natriumchlorid (0,9 Prozent) an. Trotz deutlicher Hinweise auf ein bakterielles Geschehen und das bereits fünf Tage währende Fieber kann unter stationärer Beobachtung ohne Antibiotika noch abwartend beobachtet werden.

Homöopathische Verschreibung

Aufgrund der Gesamtheit der Symptome wählt der homöopathische Arzt die passende Arznei Pulsatilla D12 aus, das vom Kind in drei Gaben von je drei Globuli eingenommen wird. Die Allgemeinsymptome, der grünliche Schnupfen und vor allem der Gemütszustand geben den Ausschlag für diese Arznei.

Verlauf

Der Zustand bessert sich rasch, das Kind beginnt zu trinken und ist am nächsten Tag bereits fieberfrei. Der Husten löst sich. Eine antibiotische Therapie wurde erfreulicherweise nicht mehr notwendig, allerdings war dieses Vorgehen nur unter stationärer Beobachtung zu verantworten. Bald darauf wird das Mädchen aus der stationären Behandlung entlassen – mit Nasentropfen und Pulsatilla D12 für weitere zwei bis drei Tage.

Foto: Istockphoto

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