Heilpflanzengarten: Nachwachsende Medizin

Heilpflanzengarten: Nachwachsende Medizin

Homöopathische Arzneimittel werden zum allergrößten Teil aus pflanzlichen Stoffen hergestellt. Doch wo kommen diese her? Viele Arzneimittelhersteller betreiben einen Heilpflanzengarten und können so nicht nur die Qualität des Ausgangsstoffs hoch halten, sondern leisten vor allem bei bedrohten Pflanzen einen Beitrag zum Artenschutz. In der Serie über Heilpflanzengärten stellen wir mit dem Arzneipflanzenanbau der Deutschen Homöopathie Union (DHU) in Staffort, einige Kilometer nördlich von Karlsruhe, hier die artenreichste Kultur in Europa vor.

Der Begriff Garten ist für die Anlage in Staffort irreführend, Plantage trifft besser zu. Auf etwa 15 Hektar wachsen etwa 600 Arzneipflanzen, fast 70 Prozent der pflanzlichen Ausgangsstoffe der DHU stammen von dort. Saatguternte, Aussaat, Jungpflanzenaufzucht – so lässt sich die Arbeit der Mitarbeiter zusammenfassen. „Das wichtigste Motiv für den eigenen Anbau ist, dass wir jederzeit und von Anfang an für die Qualität unserer Arzneimittel, beginnend vom Samen bis zum Kügelchen, stehen können“, erklärt Gärtnermeister Pedro Kußmann, der für den Arzneipflanzenanbau verantwortlich ist.

Heilpflanzengarten Nachwachsende MedizinHeilpflanzengarten Nachwachsende Medizin

Heilpflanzengarten Nachwachsende Medizin

Von Februar bis Mai werden in der Gewächshausanlage bis zu 200.000 Pflanzen herangezogen und dann im Anbaugelände ausgepflanzt. Bis Oktober ist Hauptsaison im Heilpflanzengarten. Hier wird ausschließlich ökologisch zertifiziert gearbeitet, chemische Düngemittel und Herbizide werden nicht eingesetzt, und die Pflanzen werden mit größerem Abstand angebaut als üblich. „So gedeihen sie besser und sind widerstandsfähiger“, erzählt Kußmann. Unkräuter – in Staffort Pflanzen am falschen Platz genannt – werden per Hand oder Hacke entfernt. Schädlinge – Insekten am total falschen Platz – werden mit Wasser weggespritzt oder hungrigen „Nützlingen“ wie Igeln, Vögeln und anderen Insektenfressern überlassen. In Gewächshäusern gedeihen Exoten, die in Karlsruhe ansonsten nicht wachsen würden: zum Beispiel Kaffee, Vanille, Papaya oder Ficus religiosa.

Der DHU-Arzneipflanzenanbau – Terra Medica genannt – kann auch besichtigt werden. Im neuen Besucherzentrum erhalten Angehörige der sogenannten Fachkreise, zum Beispiel Ärzte, Apotheker, PTA oder Heilpraktiker einen umfassenden Einblick in die Vielfalt der Arzneipflanzen, ihre Aufzucht, Pflege und Verwendung.

Ein Ausstellungsbereich im Foyer des Besucherzentrums informiert über die Homöopathie und die Phytotherapie. Alle Informationen: www.terramedica.de

Fotos: Deutsche Homöopathie Union

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