Die Erkrankungen und ihre Ursachen

Halsschmerzen sind meistens durch eine Entzündung des Rachens oder der Rachenmandeln verursacht; auch eine Kehlkopfentzündung (siehe „Husten„) kann zum Halsschmerz führen. Erreger dieser Entzündungen sind zu ca. 80 % Viren, aber selbst bei den ca. 20 % bakteriell bedingter Halsentzündungen wird eine sofortige Antibiotikatherapie nach modernen Leitlinien nicht empfohlen. Zur ersten Wahl gehören immer homöopathische Arzneimittel.

Die Streptokokken-Angina, eine Mandelentzündung durch Scharlach-Bakterien, verläuft bei sonst Gesunden relativ leicht. Die Mandeln sind gerötet oder vereitert mit weißen Stippchen, der Mundgeruch süßlich und die Kieferwinkel-Lymphknoten geschwollen. Das Scharlach-Vollbild mit Fieber und Ausschlag ist selten geworden, die früher häufigen Folgekrankheiten des Rheumatischen Fieber und der Nierenentzündung ebenso; eine Penicillin-Therapie kann das Auftreten dieser Krankheiten nicht verhindern.

Das Pfeiffersche Drüsenfieber, die Mononukleose, wird durch das Eppstein-Barr-Virus ausgelöst und tritt vor allem bei Jugendlichen auf. Die Beläge auf den Mandeln sind nicht weiß, sondern gelblich, grau oder grün, oft ist auch die Nase verstopft, Bauchschmerzen und Übelkeit treten auf, der Kranke fühlt sich sehr schwach, was auch nach Abklingen der Entzündungsphase anhalten kann.

 

Allgemeine Maßnahmen

Je nach Typ helfen kalte oder warme Umschläge, kalte oder warme Getränke, Salbei- oder Kamille-Spülungen. Schmerzstillende Lutschtabletten helfen nur sehr kurz und reichen zur Behandlung nicht aus.

 

Ärztliche Hilfe erforderlich:

  • wenn die Schmerzen länger als 1-2 Tage anhalten,
  • wenn die Mandeln sehr stark geschwollen oder belegt sind,
  • wenn hohes Fieber und schwere Allgemeinsymptome auftreten,
  • wenn die Halslymphknoten stark anschwellen und schmerzen,
  • wenn das Schlucken stark behindert ist (es könnte sich dann um einen beginnenden Abszess handeln).

 

Die wichtigsten Arzneimittel

Apis

Die Schwellungen sind wässrig-gedunsen und oft nur blassrot, das Zäpfchen ist meist stark aufgequollen. Der Schmerz ist stechend. Der Kranke hat wenig Durst.

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Argentum nitricum

Typisch ist der Schmerz wie von einem Splitter, viel Schleim im Hals mit Räusperhusten und Heiserkeit.

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Belladonna

Die entzündete Region ist hochrot, der Schmerz pochend, das Fieber oft hoch. Der Kranke ist matt, aber reizbar und neigt zu aggressiven Impulsen. Manchmal kann ein Pulsieren der Halsschlagadern gesehen werden.

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Hepar sulfuris

Der Halsschmerz tritt meist im Rahmen einer eitrigen Nasenrachenentzündung auf. Der Schmerz ist splitterartig (vgl. Argentum nitricum), die Halslymphknoten meist geschwollen. Kälte wird nicht ertragen, aber warme Umschläge und Getränke tun gut.

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Lachesis

Entzündung und Schmerzen sind typischerweise linksseitig und treten vor allem morgens, nach dem Schlafen auf. Die Verfärbung ist dunkelrot, Berührung und warme Getränke verschlimmern. Der Hals muss frei sein, enge Kragen oder Schals werden nicht ertragen. Das Schlucken von festen Speisen geht leichter als von Flüssigkeiten und Speichel.

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Lac caninum

Typisch ist der mehrfache Seitenwechsel der Beschwerden. Die entzündeten Stellen glänzen weiß oder rot, als seien sie lackiert.

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Lycopodium

Entzündung und Schmerzen sind typischerweise rechtsseitig oder beginnen dort und verschlimmern sich nachmittags von 16-20 Uhr. Sowohl warme als auch – noch häufiger – kalte Getränke können den Schmerz verschlimmern. Begleitend treten Oberbauchschmerzen, Blähungen und Nasenverstopfung auf.

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Mercurius solubilis

Die rechte Mandel und der rechte Kieferwinkellymphknoten sind geschwollen, der Zungengrund weiß oder gelb belegt, der Mundgeruch süßlich. Nur laue Getränke werden ertragen, sowohl kalte wie heiße Temperaturen verschlimmern. Die Beschwerden sind nachts stärker, oft verbunden mit starkem Schwitzen.

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Phytolacca

Die rechte Mandel ist dunkel oder bläulichrot verfärbt und geschwollen. Der Schmerz strahlt in das Ohr, den Nacken oder die Schulter aus. Die Empfindung im Hals ist heiß und brennend, heiße Getränke verschlimmern.

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