Ein Zug namens Samuel Hahnemann

Ein Zug namens Samuel Hahnemann

Die Deutsche Bahn und die Homöopathie:

Am 27. August 2015 wurde im Bahnhof Köthen (Anhalt) ein Zug der Elbe-Saale-Bahn auf den Namen Samuel Hahnemann getauft. Thomas Webel (Foto v.l.n.r.), Verkehrsminister von Sachsen-Anhalt, Werner Sobetzko, Vorsitzender des Stadtrats von Köthen, Henriette Hahn, Deutsche Bahn, und Monika Kölsch, Vorstand Finanzen des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) würdigten in ihren Ansprachen die Verdienste von Samuel Hahnemann.

Dem Begründer der Homöopathie wurden bereits viele Denkmäler gesetzt, Straßen wurden nach ihm benannt und Briefmarken ihm zu Ehren gedruckt. „Und nun wird Hahnemann mit der Namensgebung für einen modernen Zug geehrt. Das freut uns als Deutschen Zentralverein homöopathischer Ärzte natürlich besonders“, sagte Monika Kölsch. Mit seinem Einzug 1821 in die Stadt, legte Hahnemann den Grundstein dafür, dass Köthen heute weltweit mit der Homöopathie verbunden wird. Der DZVhÄ, 1829 in Köthen gegründet, verlegte nach der Wiedervereinigung seinen Sitz in die Stadt, ebenso der homöopathische Weltärzteverband LMHI.

„Ein rastloser Forscher und Arzt“

Monika Kölsch, Vorstand Finanzen des DZVhÄ

Monika Kölsch, Vorstand Finanzen des DZVhÄ, Foto: DZVhÄ

Ein Grußwort von Monika Kölsch, Vorstand Finanzen beim DZVhÄ:

Sehr geehrter Herr Minister Webel, sehr geehrte Damen und Herren,

im Namen des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte begrüße ich Sie sehr herzlich anlässlich dieser Zugtaufe hier in Köthen. Der Stadt übrigens in welcher der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte, als älteste Ärzteverband Deutschlands 1829 von Dr. Samuel Hahnemann gegründet wurde.
Einen Zug nach Samuel Hahnemann zu benennen, eine wunderbare Idee. Aus meiner Sicht bietet sich kaum ein würdigerer Namensgeber für einen Zug, der in der Heimat des Begründers der Homöopathie unterwegs ist.

Von hier ging seine Lehre hinaus in die ganze Welt. Sowohl in Deutschland als auch in der ganzen Welt fand seine Lehre glühende Anhänger, die dem streitbaren Gelehrten Hahnemann viele Denkmäler gesetzt haben. 1851 eines in Leipzig, 1897 ein weiteres in Köthen, 1900 das wohl monumentalste Standbild in Washington, 1906 wurde eine Straße in Leipzig nach ihm benannt, 1955 und 1996 wurden Briefmarken ihm zu Ehren gedruckt und nun wird er 2015 mit der Taufe eines modernen Zuges der Elbe Saale Bahn auf Samuel Hahnemann geehrt. Das freut uns als Deutschen Zentralverein homöopathischer Ärzte natürlich besonders.

Ich darf Sie beruhigen, auch wenn eine gute homöopathische Erstanamnese 1-2 Stunden dauert, meine Rede wird kürzer sein. Wir homöopathischen Ärzte arbeiten zwar nach dem Ähnlichkeitsprinzip – similia similibus curentur, aber es gilt auch der Grundsatz „nie mehr als nötig“.

Das Reisen war um das Jahr 1800 aus unserer heutigen Sicht beschwerlich und ging langsam von statten – es gab noch keine Züge. Lebte Hahnemann in der heutigen Zeit, hätte er sicherlich dem Auto oder Flugzeug den Zug vorgezogen, da es ihm hier möglich gewesen wäre konzentriert zu arbeiten, oder nachzudenken oder sich einfach nur zu erholen. Denn trotz seines enormen täglichen Arbeitspensums legte er größten Wert auf Erholungsphasen.

Hahnemann zog alleine zwischen 1781 und 1805 20 Mal mit seiner immer größer werdenden Familie (Johanna Küchler, 11 Kinder) um. Laufend packte er die Kutschen und reiste durch Nord- und Mitteldeutschland. In Köthen aber war er dann lange Zeit sesshaft. Hahnemann war ein rastloser Forscher und Arzt: Er schätzte das für die Wissenschaft offene Klima im Herzogtum – ein Grund für seinen Umzug von Leipzig nach Köthen. Sein Förderer und Patient, Herzog Ferdinand von Anhalt-Köthen, überließ ihm ein Haus in der Wallstraße 47 und verlieh ihm den Hofratstitel. Hahnemann heilte ihn im Gegenzug von einer gefährlichen Nervenkrankheit, so heißt es.

Er legte 1821 mit seinem Einzug in die Stadt den Grundstein dafür, dass der Name Köthen heute weltweit mit der anerkannte Therapiemethode Homöopathie verbunden ist. Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte kam zurück zu seinen Wurzeln, als er nach der Wiedervereinigung seinen Sitz nach Köthen verlegte. Seither ist unser Ärzteverband hier in dieser Stadt zuhause und mit vielen Aktivitäten im öffentlichen Leben präsent. So kann man unsere Europäische Bibliothek für Homöopathie in Köthen besuchen, das restaurierte Hahnemannhaus besichtigen und vieles mehr. Jährlich finden hier homöopathische Ärztekongresse statt. Der Sitz der Homöopathie-Stiftung und der Wissenschaftsgesellschaft für Homöopathie, WissHom, befindet sich in Köthen.

Seit 2013 ist Köthen auch der Sitz des homöopathischen Weltärzteverbandes LMHI, in dessen Namen wir in zwei Jahren den großen homöopathischen Weltärztekongress in Leipzig und Köthen ausrichten. Wir würden uns sehr freuen, wenn unsere internationalen Gäste dann mit dem Zug namens Samuel Hahnemann zwischen Leipzig und Köthen reisen könnten.

Könnte Samuel Hahnemann dieser Veranstaltung beiwohnen, wäre er stolz und würde sich wohl weniger über die persönliche Ehre denn vielmehr über die Verbreitung seiner Lehre freuen. Besonders gut gefallen würde ihn ein Artikel in Ihrer bahneigenen Zeitschrift „Mobil“. Auch und insbesondere diese Stadt und die Region würden davon profitieren.

Ich danke Ihnen sehr für die Einladung insbesondere aber für die wunderbare Idee, diesen Zug auf den Namen Samuel Hahnemann zu taufen. Möge durch diese Taufe die Lehre Hahnemanns weiter verbreitet werden. Den Fahrgästen dieses Zuges wünsche ich allzeit gute Fahrt.

Vielen Dank!

Foto: DZVhÄ

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